{"id":20,"date":"2014-07-03T18:06:32","date_gmt":"2014-07-03T16:06:32","guid":{"rendered":"https:\/\/ev-luth-gemeinde-rom.org\/?page_id=20"},"modified":"2015-03-23T11:23:00","modified_gmt":"2015-03-23T09:23:00","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ev-luth-gemeinde-rom.org\/it\/geschichte\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h2><strong>Die Entstehung der Gemeinde<\/strong><\/h2>\n<p>Oktober 1817: Am Anfang stand ein Flugblatt im \u2018Caff\u00e8 Greco\u2019, wo sich die Deutschen, zumal die K\u00fcnstler, versammelten. Da wurde eingeladen zu einer Feier in der Wohnung des Sekret\u00e4rs der Preu\u00dfischen Legation, um des dreihundertsten Jahrestages der Reformation zu gedenken. K\u00f6nnte man doch eines Tages in der Stadt des Papstes richtig evangelischen Gottesdienst feiern!<\/p>\n<p>Diesen Wunsch machten sich der preu\u00dfische Legat beim Heiligen Stuhl, Barthold Georg Niebuhr, und sein Vertreter und Nachfolger, Christian Josias von Bunsen, zu eigen, und so entsandte K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. von Preu\u00dfen im Jahr 1819 den ersten evangelischen Pfarrer nach Rom, Heinrich Schmieder. Seither gibt es evangelischen Gottesdienst in Rom \u2013 damals nat\u00fcrlich nur m\u00f6glich im Schutze und am Sitz der Preu\u00dfischen Botschaft auf dem Kapitol. Niebuhr und Bunsen, beide auch bedeutende Altertumswissenschaftler, hatten ein aufmerksames Auge auf alle Anliegen dieser Gemeinde; ein Hospital wurde gebaut, an die Einrichtung einer Schule wurde gedacht \u2013 alles im Botschafts-Rahmen. Das ging nicht immer ohne Spannungen ab und erforderte Fingerspitzengef\u00fchl. Bunsens Vision war es, zur\u00fcckzukehren zur Kirche der ersten r\u00f6mischen Christen, wie er sie verstand.<\/p>\n<p>Mit dem Jahr 1870 wurde Rom Hauptstadt des K\u00f6nigreiches Italien: nun konnte die Gemeinde aus diesem Schutz heraustreten in die \u00d6ffentlichkeit. Der Gottesdienst fand weiterhin in einem zur Kapelle hergerichteten Botschafts-Raum des Palazzo Caffarelli statt. Viele Besucher kamen vorbei und berichteten dar\u00fcber in ihren r\u00f6mischen Aufzeichnungen. Mit der neuen Freiheit wurde sich die Gemeinde allerdings zunehmend auch ihrer Unterschiede bewu\u00dft.<\/p>\n<p>Bis 1915 feierte man in der Kapitolskapelle Gottesdienst. Doch dachte man auch an einen eigenen Kirchbau und sammelte in Deutschland daf\u00fcr. Auf dem Grundst\u00fcck aus der parzellierten Villa Ludovisi (im Altertum befanden sich hier die Horti Sallustiani) sollte nach dem Willen von Kaiser Wilhelm II. etwas Gro\u00dfes, sichtlich Evangelisches, ins Auge Fallendes entstehen. Dieses Projekt sollte von seinem bevorzugten Architekten Franz Schwechten verwirklicht werden, welcher bereits mit dem Bau der Kaiser-Wilhelm-Ged\u00e4chtnis-Kirche in Berlin betraut worden war. Lutherst\u00e4dte Mitteldeutschlands spendeten Baumaterial f\u00fcr die Ausgestaltung der neuen Kirche. Der Turm erhielt eine Kopie des Gel\u00e4uts der Schlo\u00dfkirche von Wittenberg.<\/p>\n<p>Nach Verz\u00f6gerungen durch Abspaltungen und den Ersten Weltkrieg konnte die neue Christuskirche 1922 eingeweiht werden. Sie ist bis heute unser vertrauter sch\u00f6ner Gottesdienstraum: sp\u00e4twilhelminisch, doch einheitlich mit ihren vielen Zitat-Elementen aus staufischen und r\u00f6mischen Bauten. Sp\u00e4ter kam eine gro\u00dfe, von einem Sch\u00fcler Max Regers konzipierte Steinmeyer-Orgel hinzu.<\/p>\n<p>Das Altarger\u00e4t aus der Botschaftskapelle behielt auch im \u00fcppigen neuen Bau seinen Platz: besonders das Tonmodell des Taufsockels, Werk von Bertel Thorvaldsen; darauf die Messing-Taufschale Wilhelm Hopfgartens. In sie lie\u00df Bunsen damals Verse aus der Inschrift des Lateran-Baptisteriums eingravieren. Sie sprechen von Einer Taufe, Einem Geist, Einem Glauben.<\/p>\n<h2><strong><br \/>\nDie Christuskirche<\/strong><\/h2>\n<p>Wie andere evangelische Kirchen in Rom wurde auch das lutherische Geb\u00e4ude nach dem Jahr 1870 gebaut. Wie bereits oben erw\u00e4hnt, war die Gemeinde 1819 gegr\u00fcndet worden und konnte vor Fertigstellung der Christuskirche in der Kapelle der preu\u00dfischen Gesandtschaft zu Gottesdiensten zusammenkommen. Heute existiert diese jedoch leider nicht mehr.<\/p>\n<p>Das Grundst\u00fcck f\u00fcr den Bau eines gr\u00f6\u00dferen Geb\u00e4udes wurde erst im Jahr 1899 erworben. Es war Teil der Gartengel\u00e4nde von der Villa Ludovisi, die parzelliert worden waren. In der Antike lagen hier, genau im Gebiet der heutigen Stadtmitte, die sallustianischen G\u00e4rten. In dieser Zone wurde auch der Obelisk ausgegraben, der heute vor der Kirche von Trinit\u00e0 dei Monti, an der Spanischen Treppe, zu sehen ist.<\/p>\n<p>Die Baupl\u00e4ne wurden verz\u00f6gert; dann brach der erste Weltkrieg aus: Die Lutheraner in Rom sollten bis zum Jahr 1922 warten, bis sie in einem eigenen Kirchengeb\u00e4ude w\u00fcrden beten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Christuskirche ist eines der wenigen erhaltenen sp\u00e4twilhelminischen Kirchengeb\u00e4ude. Sie wurde von Franz Heinrich Schwechten geplant, der auch die Kaiser-Wilhelm-Ged\u00e4chtnis-Kirche in Berlin baute. Die schlichte Fassade aus Travertin ist mit Lesenen verziert und hat drei Nischen, von denen jede eine Statue enth\u00e4lt: von links nach rechts, die von Petrus, von Christus und von Paulus. Der innere Raum ist vom romanischen Stil gepr\u00e4gt: Halbkreisb\u00f6gen und Mosaiken, die meistens geometrische Muster darstellen, mit der Ausnahme des Christus Pantokrator inm Apsisgew\u00f6lbe. Der Adler an der Kanzel, der das Lesepult unterst\u00fczt, ahmt die s\u00fcditalienischen Kanzelverzierungen aus dem 12. und 13. Jahrhundert nach; er weist auf dem Evangelist Johannes und zugleich auf die Kunst der Staufer hin. Im rechten Seitenschiff befindet sich der Taufstein: das Becken stammt von Wilhelm Hopfgarten, die Basis ist Tonmodellen Bertel Thorwaldsens f\u00fcr einen Taufstein nachgebildet, der in der Kirche von Brahetrolleborg in F\u00fchen, D\u00e4nemark,steht. Vor dem Taufstein befinden sich ein Kruzifix und zwei Kerzenbeh\u00e4lter: Sie stammen aus der preu\u00dfischen Gesandtschaftskapelle. Aus dieser \u2013 nicht mehr existierenden \u2013 Kapelle stammen auch sechs Rundbilder: F\u00fcnf befinden sich im Gottesdienstraum (sie stellen die vier Evangelisten und Christus dar) und eines ist in der Vorhalle zu sehen.<br \/>\nBemerkenswert sind die Glocken, die das gleiche Gel\u00e4ut wie die Glocken der Schlo\u00dfkirche in Wittenberg haben.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entstehung der Gemeinde Oktober 1817: Am Anfang stand ein Flugblatt im \u2018Caff\u00e8 Greco\u2019, wo sich die Deutschen, zumal die K\u00fcnstler, versammelten. 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