Apostelgeschichte 10,21-35
Petrus sprach zu den Männern, die von Kornelius zu ihm gesandt waren:
Siehe, ich bin’s, den ihr sucht; aus welchem Grund seid ihr hier?
Sie aber sprachen: Der Hauptmann Kornelius, ein frommer und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden,
hat einen Befehl empfangen von einem heiligen Engel,
dass er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören,
was du zu sagen hast.
Da rief Petrus sie herein und beherbergte sie.
Am nächsten Tag machte er sich auf und zog mit ihnen, und einige Brüder aus Joppe gingen mit ihm.
Und am folgenden Tag kam Petrus nach Cäsarea.
Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen.
Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an.
Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, auch ich bin ein Mensch.
Und während er mit ihm redete, ging er hinein und fand viele, die zusammengekommen waren.
Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen;
aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll.
Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt wurde.
So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen.
Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem leuchtenden Gewand und sprach:
Kornelius, dein Gebet ist erhört und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott.
So sende nun nach Joppe und lass herrufen Simon mit dem Beinamen Petrus, der zu Gast ist im Hause des Gerbers Simon am Meer.
Da sandte ich sofort zu dir; und du hast recht getan, dass du gekommen bist. Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn befohlen ist.
Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach:
Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht;
sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm.
Liebe Gemeinde!
Wer gehört zu unserer Gemeinde?
Wenn Sie das definieren müssten, was würden Sie sagen?
Wer gehört zu unserer Gemeinde?
Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten.
Man könnte sie ganz beamtenhaft deutsch beantworten:
Zur Gemeinde gehört, wer sich eingeschrieben hat und pünktlich den Mitgliedsbeitrag bezahlt.
Man könnte auch ganz pragmatisch antworten: Zur Gemeinde gehört, wer regelmäßig zum Gottesdienst kommt und wer mithilft – beim Bazar oder bei den verschiedenen Projekten.
Man könnte kirchenrechtlich sagen: Wer getauft ist.
Man könnte ganz geistlich und theologisch korrekt antworten:
Zur Gemeinde gehört, wer mit uns zusammen das Wort Gottes hören will und die Sakramente feiern.
Man könnte aber auch antworten: Wer einen deutschen Hintergrund hat und die deutsche Sprache spricht.
Alle diese Antworten sind mir schon begegnet.
Und wir sollen uns heute ehrlich fragen, welche Grenzen wir setzen für unseren Glauben, für unsere Kirche, für unsere Gemeinde.
Wem gilt ihre Botschaft? Wer darf dazugehören?
„Euch ist heute der Heiland geboren.“ Diesen Kernsatz des Weihnachtsevangeliums beziehen selbstverständlich auch auf uns und auf alle Welt.
Aber ist das so selbstverständlich?
Wie sagte der Engel auf Bethlehems Feldern zu den Hirten?
„Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird.“
Das heißt: dem ganzen Volk, nicht „allen Völkern“.
Und da fangen die Fragen schon an. Welches Volk? Israel.
Und nur diesem Volk?
Mit welchem Recht beziehen wir eigentlich diese Heilsbotschaft auch auf uns?
Diese Frage kommt uns heute vielleicht eigenartig vor.
Aber es ist heilsam, wenn wir sie uns einmal stellen.
Mit welchem Recht gehen wir denn einfach davon aus, dass irgendwie alle zu Jesus gehören dürfen und dass uns sein Kommen gilt.
Diese Frage hat die erste Generation der Christen heftig bewegt.
Ist Jesus Christus nur gesandt zum auserwählten Volk Gottes, den Juden?
Wem gilt seine Botschaft? Wem gilt die Erlösung, die er am Kreuz vollbracht hat?
Wer darf alles zu seiner Gemeinde gehören?
Auch Nicht-Juden, auch Menschen die den Gott Israels nicht ehren, die ihn vielleicht nicht einmal kennen?
Auch Griechen, Römer und Samaritaner?
Und wenn Nicht-Juden zu Jesus finden und sich taufen lassen,
müssen sie dann auch zu Juden werden und deren Gebote einhalten?
Diese Fragen waren nicht von vornherein beantwortet.
Und es ging lange, bis die frühe Christenheit hier ihren Weg fand.
Im Neuen Testament finden sich einige „Schwellen-Geschichten“: Sie berichten von Ereignissen, an denen man Schritt für Schritt erkannte, dass Jesu Wirken die Grenzen überwindet, ja nationale und kulturelle Grenzen sprengt.
Denken wir in dieser Epiphanias-Zeit noch einmal an die Weisen aus dem Morgenland, die heidnischen Sterndeuter, die auch zum neugeborenen König der Juden kamen und ihn anbeteten.
Denken wir an die Samariterin am Jakobsbrunnen, die Jesus in einem langen einfühlsamen Gespräch an sich heranlässt.
Denken wir an die kanaanäische Frau, die Jesus erst überreden musste, ihrer Tochter zu helfen, und deren klammernder Glaube ihn erst überzeugte.
Denken wir an den römischen Hauptmann in Kapernaum aus dem heutigen Evangelium, der sich Jesus in einem entwaffnenden Glauben anvertraute, und dessen Knecht Jesus dann heilt.
Und schauen wir uns diese komplizierte Annäherung zwischen Petrus und dem Römer Cornelius an, die eine weitere Schwellen-Geschichte darstellt – wohlgemerkt nach Jesu Tod und Auferstehung!
Wir sehen, dass es mit Jesu Worten und Handlungen nicht getan war, sondern dass seine Jünger noch länger brauchten zu verstehen, wer alles und wie dazugehört.
Diese Geschichten wurden überliefert und aufgeschrieben, dass auch die kritischsten Skeptiker am Ende wie Petrus begreifen können, wovon wir oft einfach ausgehen:
Gott nimmt alle Menschen an – egal, welcher Nation oder welcher Vorprägung.
Wir könnten diese Schwellen-Geschichten nun einfach selbstbewusst überspringen, da uns modernen und aufgeklärten Menschen die Wahrheit über die Gleichheit aller Menschen ja längst klar ist.
Wir könnten aber doch diesen Weg des Petrus zu Cornelius mitgehen und dabei einiges beobachten. Vielleicht lernen wir ganz andere Dinge, als er damals lernen musste.
Vielleicht lernen wir aber auch noch etwas dazu, wenn wir sehen, wie Menschen sich hier begegnen, und vielleicht werden wir auch etwas demütiger, wenn wir davon ausgehen, dass wir allen und jedem offen und vorbehaltslos gegenüberstehen.
I
Das Besondere ist erst einmal, dass sich der Apostel Petrus und der römische Hauptmann überhaupt treffen.
Eine zufällige Begegnung war das nicht.
Der Hauptmann residierte in der Garnisonstadt Caesarea und Petrus weilte damals in Joppe. Das liegt auch am Mittelmehr, aber 50 km weiter südlich.
Beide bekommen von Gott besondere Botschaften.
Cornelius bekam während seines Gebets von einem Engel gesagt, dass er einen Mann namens Petrus zu sich holen lassen soll.
Cornelius schickt seine Leute los.
Und Petrus, der nichts davon wissen kann, hat während seines Gebetes eine Vision. Er sieht ein Tuch voller Tiere, die nach jüdischem Gesetzt unrein und daher nicht essbar sind. Doch eine Stimme sagt: „Petrus, iss.“
Er weigert sich, aber die Stimme beharrt darauf: „Petrus iss.
Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht unrein.“
Diese Vision hat für sich genommen erst einmal keine klare Aussage.
Petrus weiß nicht, was er mit diesem sonderbaren Eindruck anfangen soll.
Aber da stehen schon die Boten des Cornelius vor seiner Tür und bitten ihn mitzukommen.
Erst als er Cornelius begegnet, in ein heidnisches, unreines Haus hineingeht und sogar noch mit ihm essen soll, gewinnt die sonderbare Vision ihren Sinn.
Das ist das Wunderbare an dieser komplizierten Geschichte.
Petrus und Cornelius haben Visionen.
Aber beide individuellen Visionen bleiben unabhängig voneinander völlig unverständlich.
Erst als Petrus und Cornelius sich begegnen, ergeben die Botschaften Sinn, fügen sich die Puzzle-Teile zusammen.
Gott spricht.
Erst in der Begegnung, erst im Zusammenkommen mit anderen, erst in der Kommunikation mit anderen Glaubenden verstehe ich, was Gott mir sagen will.
Vielleicht erscheint mir manches, was ich lese oder von Gott erlebe, fremd und schräg.
Vielleicht gibt es Erfahrungen und Eindrücke von Gott, die ich gar nicht deuten kann.
Deshalb muss ich im Kontakt und im Gespräch mit anderen Christen sein.
Deshalb kommen wir auch zusammen zum Gottesdienst.
Sonst würde es ja reichen, dass Gott im Traum zu uns spricht, oder dass wir allein in der Bibel lesen.
Nein, wir sollen zusammen auf Gott hören, wir sollen zusammen seinen Namen loben, unsere Freude und auch unsere offenen Fragen teilen.
Nur so verstehen wir, was Gott will.
Gott gibt nicht nur einfach sein Wort. Er bindet es an unsere kirchliche Kommunikation – das Heilige Abendmahl eingeschlossen.
Glauben ohne Begegnung mit anderen, Glauben ohne Kirche und Gemeinde gibt es nicht. Das sehen wir auch hier bei Cornelius und Petrus, hier an der Schwelle vom jüdischen Zirkel zum römischen Haushalt.
Und manches Rätsel unseres Lebens könnten wir vielleicht leichter verstehen oder annehmen, wenn wir uns tragen lassen vom geistlichen Austausch mit anderen.
II
Und wir können uns fragen, was diesen Cornelius ausmacht.
Warum spricht Gott gerade zu ihm?
Warum wird Petrus gerade zu ihm geschickt – ins 50 km entfernte Caesarea?
Er ist ganz sicher ein angesehener Mann aus der römischen Patrizier-Familie der Cornelier. Ein großer Fang für die junge Christenheit – und schon allein deshalb eine Erwähnung in der Apostelgeschichte wert.
Aber Cornelius wird auch abgesehen davon sehr positiv beschrieben.
Er ist ein frommer und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden.
Er gab Almosen und betete immer zu Gott.
Ist das die Vorbedingung, um von Gott gehört oder angenommen zu werden?
Du hast so viel gebetet und so viel gespendet, dass Gott dich schließlich erhört hat?
Wir sind es als Lutheraner gewohnt zu betonen, dass fromme Leistungen, seien es Gebete, Spenden, Kirchgang oder Bibellesen uns vor Gott nicht angesehener machen. Und das ist richtig.
Cornelius hat kein Konto von religiösen oder humanistischen Leistungen gefüllt, bis Gott schließlich gar nichts anderes übrigbleibt, ihm einen leibhaftigen Apostel vorbeizuschicken.
Cornelius hatte eine große Sehnsucht nach dem wahren Gott. Cornelius war gottesfürchtig, suchte ihn, diente ihm, sehnte sich nach Gewissheit.
Und die vielen Gebete und die guten Werke waren Ausdruck dieser inneren Haltung, dieser inneren Suche, die für sich genommen noch nichts ist, und auch nicht befriedigt, die aber dann erfüllt wird, wenn Gott einen annimmt, wenn Er die Gewissheit schenkt: „Du bist mein geliebtes Kind. Du gehörst dazu!“
Cornelius war gottesfürchtig. Diese Bezeichnung hat im Neuen Testament eine ganz konkrete Bedeutung. Cornelius war zwar Römer und damit Nicht-Jude; er stand dem Judentum aber sehr nahe.
Es war oft der klare monotheistische Glaube und die Ethik der Juden, die auf Römer und Griechen tiefen Eindruck machten.
Weil aber ein vollständiger Übertritt zum Judentum negative Folgen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich mit sich gebracht hätte, verblieben solche Gottesfürchtigen in lockerer Anbinden an das Judentum.
Man las dessen heilige Schriften; man betete zu dem einen Gott; man hielt das Gesetz, soweit es ging.
In diesem interessierten, suchenden, wohlwollenden Verhältnis zum Glauben Israels steht Cornelius: Fromm und gottesfürchtig.
„Ich will so leben, dass ich diesem einen Gott gerecht werde.“
Auf diese Haltung geht Gott sein. Dieses Suchen, dieses Tasten nach der einen Wahrheit über Gott und über mich selbst wird beantwortet.
„Suchet, so werdet ihr finden.“, hat Jesus verheißen.
Die suchende, fragende, demütige Gottesfurcht des Cornelius ist gottgefällig. Nicht seine moralische Überlegenheit.
Petrus hält am Ende dieser Begegnung mit Cornelius seine Einsicht fest:
Gott sieht die Person nicht an;
sondern in jedem Volk,
wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm.
Damit ist nicht Anstand und humanistische Haltung gemeint.
Petrus meint hier nicht eine allgemein-bürgerliche Religion, wie sie viele unserer Zeitgenossen definieren und wie man sie als Pfarrer allzu oft hört:
„Wer anständig lebt, gegen den wird der liebe Gott am Ende doch nichts haben.“
Mit einer solchen Definition hätte die Apostelgeschichte den christlichen Glauben weit unter Wert verkauft.
Und es ist ja fast schon ein Sport unter Neutestamentlern, solche Sätze der Apostelgeschichte gegen die Rechtfertigungslehre des Paulus auszuspielen.
Wir müssen diesen Satz schon genauer anschauen.
Da heißt es: „Wer Gott fürchtet und recht handelt, der ist Gott angenehm.“ Gottesfurcht und entsprechendes Handeln gehören zusammen.
Und Gottesfurcht – das haben wir an Cornelius gesehen – meint die Suche nach dem einen Gott Israels. Gottesfurcht meint Glaubensgehorsam.
Nicht bloß allgemeine religiöse Scheu, wie wir das vom alten Rom kennen.
Oder allgemeine religiöse Offenheit, wie wir das heute so oft hören.
Gottesfurcht und rechtes Handeln, das definiert sich daran, wer dieser Gott ist und welches Handeln in seinen Augen recht ist.
Und dann heißt es: „Wer Gott fürchtet und recht handelt, der ist Gott angenehm.“
Das heißt nicht: Wer Gott fürchtet und recht handelt, ist von Gott gerechtfertigt.
Wer Gott fürchtet und recht handelt, der ist in Gottes Augen schon recht; der kommt so in den Himmel.
Eigentlich müsste man übersetzen:
„Wer Gott fürchtet und recht handelt, der ist für Gott annehmbar /accetabile non accetato.“
Hinter diesem Wort stehen antike Opfervorstellungen.
Opfertiere sind für Gott entweder annehmbar oder ungeeignet, weil sie unrein sind.
Und jetzt verstehen wir auch, warum dieser Satz hier an der Schwelle zwischen Juden und Heiden steht.
Auf unsere Stelle angewandt bedeutet der Satz, dass auch die bis dahin als unrein angesehenen Heiden nun für Gott „annehmbar“ geworden sind, weil er es so beschlossen hat.
Gott lässt Menschen aller Nationen an sich heran. Sie sind nicht gesetzlich oder kultisch von vornherein ausgeschlossen.
Rechtfertigung ist davon zu unterscheiden.
Gerechtfertigt und selig wird man nicht durch diese fromme Disposition.
Gerechtfertigt wird man überhaupt nicht durch unsere Aktionen oder Qualitäten, sondern von Gott her.
Das sehen wir auch wunderbar an dieser Geschichte von Cornelius:
Annehmbar und ansprechbar für das Evangelium ist er tatsächlich schon am Anfang der Geschichte.
Gerechtfertigt aber, in voller, beglückender Gemeinschaft mit Gott ist er erst am Ende der Geschichte, als Petrus in sein Haus eingekehrt war und ihm Jesus Christus gebracht hat.
Vor Gott angenehm gemacht hat sich Cornelius nicht selbst.
Rechtfertigung kam auch hier von außen.
Rechtfertigung kommt Gott her. Rechtfertigung passiert durch Christus.
Und Petrus steht für den, der diese Rechtfertigung in Wort und Sakrament, in Verkündigung und Taufe, in dieses Haus bringen darf, so dass Christus selbst in dieses Haus des Cornelius einkehrt.
So dass man am Ende wie bei Zachäus (Lk 19,9) sagen kann:
„Heute ist diesem Hause Heil widerfahren.“
Liebe Geschwister,
Gott sieht die Person nicht an;
sondern egal welcher Abstammung, welcher Vorbildung und welcher religiösen Prägung:
Wer ihn ernsthaft sucht, der ist ihm willkommen,
bei dem wirkt das Evangelium,
für den ist der Retter in Bethlehem geboren und zu dem ist Christus unterwegs.
Ich hoffe, wir haben heute ein bisschen davon verstanden, dass dies keine billige allgemeine Wahrheit ist, sondern eine wunderbare ewige Entscheidung des einzig-einen Gottes.
Ich hoffe aber vor allem, dass wir es zu schätzen wissen, dass Christus nicht nur bei Cornelius und Zachäus einkehrte, sondern auch bei uns immer wieder einkehren will, selbst wenn es mit meiner Gottesfurcht und meiner Rechtschaffenheit gerade nicht so glänzend aussieht.
Das ist immer wieder erstaunlich.
Und solche Erfahrungen sollten wir anderen Menschen über alle Schwellen hinweg immer wieder von ganzem Herzen gönnen. Amen.
Atti degli Apostoli 10, 21-35
21 Pietro, sceso verso quegli uomini, disse loro: «Eccomi, sono io quello che cercate; qual è il motivo per cui siete qui?» 22 Essi risposero: «Il centurione Cornelio, uomo giusto e timorato di Dio, del quale rende buona testimonianza tutto il popolo dei Giudei, è stato divinamente avvertito da un santo angelo di farti chiamare in casa sua, e di ascoltare quello che avrai da dirgli». 23 Egli allora li fece entrare e li ospitò. Il giorno seguente si alzò e andò con loro, e alcuni fratelli di Ioppe lo accompagnarono.
24 L’indomani arrivarono a Cesarea. Cornelio li stava aspettando e aveva chiamato i suoi parenti e i suoi amici intimi. 25 Mentre Pietro entrava, Cornelio, andandogli incontro, si gettò ai suoi piedi per adorarlo. 26 Ma Pietro lo rialzò, dicendo: «Àlzati, anch’io sono uomo!» 27 Conversando con lui, entrò e, trovate molte persone lì riunite, 28 disse loro: «Voi sapete come non sia lecito a un Giudeo avere relazioni con uno straniero o entrare in casa sua; ma Dio mi ha mostrato che nessun uomo deve essere ritenuto impuro o contaminato. 29 Perciò, essendo stato chiamato, sono venuto senza fare obiezioni. Ora vi chiedo: qual è il motivo per cui mi avete mandato a chiamare?»
30 Cornelio disse: «Quattro giorni or sono stavo pregando, all’ora nona, in casa mia, quand’ecco un uomo mi si presentò davanti, in veste risplendente, 31 e disse: “Cornelio, la tua preghiera è stata esaudita e le tue elemosine sono state ricordate davanti a Dio. 32 Manda dunque qualcuno a Ioppe e fa’ venire Simone, detto anche Pietro; egli è ospite in casa di Simone, conciatore di pelli, in riva al mare”. 33 Perciò subito mandai a chiamarti, e tu hai fatto bene a venire; ora dunque siamo tutti qui presenti davanti a Dio per ascoltare tutto ciò che ti è stato comandato dal Signore».
34 Allora Pietro, cominciando a parlare, disse: «In verità comprendo che Dio non ha riguardi personali, 35 ma che in qualunque nazione chi lo teme e opera giustamente gli è gradito.»
Cara Comunità!
Chi appartiene alla nostra comunità? Se doveste dare una definizione, quale sarebbe?
Chi appartiene alla nostra comunità? Non è facile rispondere a questa domanda.
Usando il linguaggio burocratico, si potrebbe dire:
appartiene alla comunità chi si è iscritto e ha pagato puntualmente il contributo associativo.
Si potrebbe anche dire, in modo molto pragmatico: appartiene alla comunità chi viene regolarmente al culto e chi contribuisce con il suo aiuto al Bazar o ai diversi progetti.
Sul piano ecclesiastico, si potrebbe dire: chi è battezzato.
Sul piano spirituale e teologico, si potrebbe rispondere così:
appartiene alla comunità chi vuole, insieme con noi, ascoltare la Parola di Dio e celebrare i sacramenti. Ma si potrebbe rispondere anche così: chi ha un retroterra tedesco e parla il tedesco.
Ho già sentito tutte queste risposte.
E oggi dobbiamo domandarci onestamente: quali confini poniamo alla nostra fede, alla nostra Chiesa, alla nostra comunità?
Per chi è il suo messaggio? Chi può farne parte?
“Oggi è nato per voi il Salvatore”: questa frase, nucleo del Vangelo di Natale, si riferisce ovviamente anche a noi e al nostro mondo.
Ma è così ovvio? Che cosa disse l’angelo ai pastori, nei campi di Betlemme?
“Ecco, io vi annuncio una grande gioia che tutto il popolo avrà”.
Dice: “tutto il popolo”, non “tutti i popoli”.
Ed ecco che subito sorgono delle domande. Quale popolo? Israele.
E soltanto questo popolo?
Con quale diritto attribuiamo questo messaggio di salvezza anche a noi?
Questa domanda, oggi, forse ci appare singolare. Ma è salutare porsela, ogni tanto.
Con quale diritto partiamo dal presupposto che, in qualche modo, tutti possiamo appartenere a Gesù e che la sua venuta valga per noi? Questa domanda ha animato fortemente la prima generazione cristiana. Gesù Cristo è stato inviato solo al popolo eletto, cioè agli ebrei?
Per chi è il suo messaggio? Per chi è la redenzione che egli ha compiuto in croce?
Chi può appartenere alla sua comunità? Anche non ebrei, anche persone che non onorano il Dio d’Israele e che magari neanche lo conoscono? Anche greci, romani e samaritani? E se i non ebrei trovano Gesù e si fanno battezzare, devono anche diventare ebrei e osservare le prescrizioni ebraiche? Queste domande non avevano risposte pronte. E ci volle molto tempo prima che la cristianità degli inizi trovasse qui la propria via.
Nel Nuovo Testamento, si trovano alcune “storie liminali”: narrano eventi in cui, passo dopo passo, si vede che Gesù supera i confini, anzi che infrange i confini nazionali e culturali.
In questo periodo dell’Epifania, ripensiamo ai Re Magi venuti da Oriente, astrologi pagani che vennero per adorare il neonato Re dei giudei.
Pensiamo alla samaritana al pozzo di Giacobbe, che si lascia avvicinare da Gesù in un lungo dialogo empatico. Pensiamo alla donna cananea, che dovette convincere Gesù ad aiutare sua figlia e la cui fede irremovibile lo convince. Pensiamo al centurione romano di Cafarnao, di cui parla il Vangelo di oggi, che si affida a Gesù con fede disarmante e il cui servo è guarito da Gesù.
Allora, guardiamo a questo avvicinamento complicato tra Pietro e il romano Cornelio, che rappresenta un’altra storia liminale; si badi bene, dopo la morte e resurrezione di Gesù!
Vediamo che non erano bastate le parole e le azioni di Gesù, ma che ci volle tempo, prima che i suoi discepoli capissero chi e come appartiene.
Queste storie furono tramandate e scritte affinché anche gli scettici che criticavano alla fine, come Pietro, capissero ciò da cui noi spesso procediamo:
Dio accoglie tutti gli esseri umani, a prescindere dalla nazione o dall’impronta culturale.
Potremmo saltare, consapevolmente, queste storie liminali, perché noi umani moderni e illuminati abbiamo chiara da molto tempo la verità riguardante l’uguaglianza di tutti gli esseri umani.
Ma potremmo anche camminare insieme su questa via che porta Pietro da Cornelio, e osservare alcune cose. Forse, impareremo cose affatto diverse da quelle che egli imparò allora.
Forse, però, impareremo ancora qualcos’altro, vedendo come le persone, qui, si incontrino e forse diventeremo anche un po’ più umili, se partiamo dall’idea che ci poniamo di fronte a tutti e a ciascuno in modo aperto e scevro di pregiudizi.
I
L’aspetto peculiare è anzitutto che l’apostolo Pietro e il centurione romani si incontrino.
Non fu un incontro casuale. Il centurione risiedeva a Cesarea, città di stanza della guarnigione, e Pietro al tempo si trovava a Ioppe, che è pure in riva al Mediterraneo, ma 50 km più a sud.
Entrambi ricevono da Dio messaggi particolari.
Cornelio lo riceve mentre prega, portato da un angelo, che gli dice di mandare a prendere un uomo di nome Pietro. Cornelio invia i suoi uomini.
E Pietro, che non può averne idea, ha una visione mentre prega. Vede una tovaglia piena di animali che, secondo la Legge ebraica, sono impuri e che quindi non si possono mangiare. Ma una voce gli dice: “Pietro, mangia.” Si rifiuta, ma la voce insiste: “Pietro, mangia.
Le cose che Dio ha purificate, non farle tu impure”.
Questa visione, presa in sé, non ha un’interpretazione chiara.
Pietro non sa che cosa debba fare con quest’impressione peculiare.
Ma ecco che già sono alla porta i messaggeri di Cornelio, che lo invitano ad andare con loro.
Solo quando incontra Cornelio ed entra in una casa pagana, impura e addirittura mangia con lui, la strana visione acquista senso. Questo è l’aspetto prodigioso di questa storia complicata.
Pietro e Cornelio hanno visioni. Ma entrambe le visioni individuali sono del tutto incomprensibili, se rimangono slegate l’una dall’altra. Solo quando Pietro e Cornelio s’incontrano i messaggi hanno senso e le tessere del puzzle si incastrano.
Dio parla. Solo nell’incontro, solo nel riunirsi con l’altro, solo nella comunicazione con altri credenti capisco che cosa Dio vuol dirmi. Magari, alcune cose che leggo o che sperimento di Dio mi appaiono estranee e storte. Magari, ci sono esperienze e impressioni di Dio che non riesco a interpretare. Perciò devo essere in contatto e in dialogo con altri cristiani. Perciò anche noi ci riuniamo per il culto. Altrimenti basterebbe che Dio ci parlasse in sogno o che leggessimo da soli la Bibbia. No: noi dobbiamo ascoltare Dio insieme; dobbiamo lodare il suo nome insieme; dobbiamo condividere la nostra gioia e anche le nostre domande senza risposta. Soltanto così capiremo che cosa vuole Dio. Dio non dà solo la sua Parola. Egli la lega alla nostra comunicazione nella Chiesa, inclusa la Santa Cena. Non esiste fede senza incontro con l’altro; non esiste fede senza Chiesa e comunità. Lo vediamo anche qui, con Cornelio e Pietro; qui, sul limitare tra cerchia ebraica e casa pagana. E taluni enigmi della nostra vita potremmo, forse, capirli più facilmente o accettarli se ci facessimo sostenere dallo scambio spirituale con l’altro.
II
E possiamo anche domandarci quali qualità abbia questo Cornelio.
Perché Dio parla proprio a lui? Perché Pietro viene mandato proprio a lui, a Cesarea, distante 50 km? È di certo un uomo in vista, appartenente alla famiglia patrizia dei Corneli. È un gran bell’acquisto, per la giovane cristianità; anche solo per questo, merita di essere nominato negli Atti degli Apostoli. Ma Cornelio viene descritto in modo positivo anche indipendentemente da ciò.
È uomo pio, timorato di Dio, e gode di buona fama in tutto il popolo degli ebrei. Dà elemosine e prega sempre Dio. È questa una precondizione per essere ascoltato o accolto da Dio?
Hai pregato tanto e dato tante offerte finché Dio ti ha ascoltato, infine?
Come luterani, siamo abituati a sottolineare che le prestazioni pie, che siano preghiere, offerte in denaro, frequentazione della chiesa o lettura della Bibbia non ci guadagnano prestigio davanti a Dio. E questo è giusto. Cornelio non ha riempito un conto corrente di prestazioni religiose o umanistiche, finché a Dio non è restato da fare altro che inviargli un apostolo in carne e ossa.
Cornelio anela fortemente al vero Dio. Cornelio è timorato di Dio, lo cerca, lo serve, anelava ad avere certezza. E le molte prescrizioni e le buone opere sono espressione del suo assetto interiore, di questa ricerca interiore, che presa in sé non è ancora niente e che non accontenta nemmeno, ma che viene appagata quando Dio accoglie una persona, quando le dona questa certezza: “tu sei mio figlio amato. Tu appartieni!”. Cornelio è timorato di Dio. Questa definizione, nel Nuovo Testamento, ha un significato molto concreto. Cornelio è romano, non è ebreo; ma è molto vicino all’ebraismo.
Era spesso la chiara fede monoteistica e l’etica degli ebrei, ciò che impressionava profondamente romani e greci. Ma poiché un passaggio completo all’ebraismo avrebbe avuto conseguenze negative sul piano sociale ed economico, tali timorati di Dio restavano legati all’ebraismo in modo lasco.
Leggevano la Sacra Scrittura; pregavano l’unico Dio; osservavano la Legge, per quanto possibile.
È in questa relazione interessata, caratterizzata dalla ricerca e dalla buona volontà, con la fede d’Israele che si trova Cornelio, pio e timorato di Dio.
“Voglio vivere in modo da essere giusto per quest’unico Dio.”
È a questa disposizione spirituale che Dio va incontro. Questa ricerca, questo brancolare in cerca dell’unica verità su Dio e me stesso trovano risposta.
“Cercate e troverete”, ha promesso Gesù.
Il timore di Dio, che cerca, interroga, è umile, che anima Cornelio, a piacere a Dio. Non la sua superiorità morale. Pietro, alla fine di quest’incontro, tiene per ferma quest’idea:
Dio non vede la persona; ma in ogni popolo, chi lo teme e pratica la giustizia gli è gradito.
Con ciò non s’intendono né il prestigio né l’atteggiamento umanistico.
Pietro, qui, non intende una religione universal-borghese, come la definiscono molti nostri contemporanei e come il pastore sente dire anche troppo spesso:
“Se uno vive in modo decoroso, alla fine il buon Dio non avrà niente contro di lui”.
Con una tale definizione, gli Atti degli Apostoli avrebbero svenduto la fede cristiana.
Ed è quasi uno sport, tra gli studiosi di Nuovo Testamento, contrapporre tali frasi degli Atti alla dottrina della giustificazione di Paolo. Dobbiamo guardare bene questa frase.
Recita, riguardo a Dio: «chi lo teme e opera giustamente gli è gradito.» Il timor di Dio e l’agire corrispondente si integrano. E il timor di Dio, come abbiamo visto nel caso di Cornelio, vuol dire la ricerca dell’unico Dio d’Israele. Timor di Dio vuol dire ubbidienza nella fede.
Non un generico timore religioso, come lo conosciamo nell’antica Roma.
O una generica apertura religiosa, come oggi sentiamo dire così spesso.
Timor di Dio e giusto operare si definiscono a partire da chi è questo Dio e da quale operare è giusto ai suoi occhi. E poi è scritto: «chi lo teme e opera giustamente gli è gradito».
Non dice: chi teme Dio e opera giustamente è giustificato da Dio.
Chi teme Dio e opera giustamente agli occhi di Dio è già giusto; va in cielo.
In effetti, si dovrebbe tradurre così: «chi teme Dio e opera giustamente è accettabile da parte di Dio.» Dietro questa parola ci sono le idee dell’antichità riguardo i sacrifici.
Gli animali offerti in sacrificio sono, da parte di Dio, o accettabili o inadatti perché impuri.
E adesso comprendiamo anche perché questa frase si trovi qui, sul limitare tra ebrei e pagani.
Applicata al nostro passo, la frase significa che anche i pagani, finora visti come impuri, ora sono diventati “accettabili” da parte di Dio perché egli così ha deciso.
Dio si fa avvicinare da persone di tutte le nazioni. Esse non sono escluse a priori per motivi leali o cultuali. La giustificazione va distinta da questo. Giustificati e beati non si diventa mediante questa disposizione pia. Giustificati non si diventa assolutamente mediante le nostre azioni o qualità, ma per moto di Dio. Lo vediamo in modo mirabile nella storia di Cornelio.
Accettabile e raggiungibile dal Vangelo egli lo è di fatto fin dall’inizio del racconto. Ma giustificato, in piena, felice comunione con Dio lo è solo alla fine della storia, quando Pietro entra in casa sua e gli porta Gesù Cristo. Cornelio non si è reso da sé accettabile davanti a Dio.
La giustificazione, qui, viene dall’esterno. La giustificazione proviene da Dio. La giustificazione avviene mediante Cristo. E Pietro rappresenta colui che può portare in questa casa tale giustificazione nella Parola e nel Sacramento, nella predicazione e nel battesimo, così che Cristo stesso entri nella casa di Cornelio. Così che, alla fine, può dire, come Zaccheo (Lc 19, 9): «Oggi la salvezza è entrata in questa casa».
Care Sorelle e cari Fratelli,
Dio non vede la persona; ma, indipendentemente dall’origine, dalla formazione e dall’impronta religiosa, chi lo cerca seriamente è benvenuto; in lui opera il Vangelo, per lui è nato a Betlemme il Salvatore e verso di lui Cristo è in cammino. Spero che, oggi, abbiamo compreso un po’ del fatto che questa non è una verità generica, a buon mercato, ma che è una meravigliosa decisione eterna dell’unico-solo Dio. Ma soprattutto spero che sappiamo apprezzare che Cristo non è entrato in casa solo di Cornelio e di Zaccheo, ma che vuole entrare sempre di nuovo anche in casa nostra, perfino se le cose non sembrano così brillanti col mio timor di Dio e con la mia rettitudine.
Questa è cosa di cui stupire sempre di nuovo. E tali esperienze dovremmo augurarle di tutto cuore agli altri, oltre ogni limitare. Amen.Apostelgeschichte 10,21-35
Petrus sprach zu den Männern, die von Kornelius zu ihm gesandt waren:
Siehe, ich bin’s, den ihr sucht; aus welchem Grund seid ihr hier?
Sie aber sprachen: Der Hauptmann Kornelius, ein frommer und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden,
hat einen Befehl empfangen von einem heiligen Engel,
dass er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören,
was du zu sagen hast.
Da rief Petrus sie herein und beherbergte sie.
Am nächsten Tag machte er sich auf und zog mit ihnen, und einige Brüder aus Joppe gingen mit ihm.
Und am folgenden Tag kam Petrus nach Cäsarea.
Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen.
Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an.
Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, auch ich bin ein Mensch.
Und während er mit ihm redete, ging er hinein und fand viele, die zusammengekommen waren.
Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen;
aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll.
Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt wurde.
So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen.
Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem leuchtenden Gewand und sprach:
Kornelius, dein Gebet ist erhört und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott.
So sende nun nach Joppe und lass herrufen Simon mit dem Beinamen Petrus, der zu Gast ist im Hause des Gerbers Simon am Meer.
Da sandte ich sofort zu dir; und du hast recht getan, dass du gekommen bist. Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn befohlen ist.
Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach:
Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht;
sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm.
Liebe Gemeinde!
Wer gehört zu unserer Gemeinde?
Wenn Sie das definieren müssten, was würden Sie sagen?
Wer gehört zu unserer Gemeinde?
Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten.
Man könnte sie ganz beamtenhaft deutsch beantworten:
Zur Gemeinde gehört, wer sich eingeschrieben hat und pünktlich den Mitgliedsbeitrag bezahlt.
Man könnte auch ganz pragmatisch antworten: Zur Gemeinde gehört, wer regelmäßig zum Gottesdienst kommt und wer mithilft – beim Bazar oder bei den verschiedenen Projekten.
Man könnte kirchenrechtlich sagen: Wer getauft ist.
Man könnte ganz geistlich und theologisch korrekt antworten:
Zur Gemeinde gehört, wer mit uns zusammen das Wort Gottes hören will und die Sakramente feiern.
Man könnte aber auch antworten: Wer einen deutschen Hintergrund hat und die deutsche Sprache spricht.
Alle diese Antworten sind mir schon begegnet.
Und wir sollen uns heute ehrlich fragen, welche Grenzen wir setzen für unseren Glauben, für unsere Kirche, für unsere Gemeinde?
Wem gilt ihre Botschaft? Wer darf dazugehören?
„Euch ist heute der Heiland geboren.“ Diesen Kernsatz des Weihnachtsevangeliums beziehen selbstverständlich auch auf uns und auf alle Welt.
Aber ist das so selbstverständlich?
Wie sagte der Engel auf Bethlehems Feldern zu den Hirten?
„Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird.“
Das heißt: dem ganzen Volk, nicht „allen Völkern“.
Und da fangen die Fragen schon an. Welches Volk? Israel.
Und nur diesem Volk?
Mit welchem Recht beziehen wir eigentlich diese Heilsbotschaft auch auf uns?
Diese Frage kommt uns heute vielleicht eigenartig vor.
Aber es ist heilsam, wenn wir sie uns einmal stellen.
Mit welchem Recht gehen wir denn einfach davon aus, dass irgendwie alle zu Jesus gehören dürfen und dass uns sein Kommen gilt.
Diese Frage hat die erste Generation der Christen heftig bewegt.
Ist Jesus Christus nur gesandt zum auserwählten Volk Gottes, den Juden?
Wem gilt seine Botschaft? Wem gilt die Erlösung, die er am Kreuz vollbracht hat?
Wer darf alles zu seiner Gemeinde gehören?
Auch Nicht-Juden, auch Menschen die den Gott Israels nicht ehren, die ihn vielleicht nicht einmal kennen?
Auch Griechen, Römer und Samaritaner?
Und wenn Nicht-Juden zu Jesus finden und sich taufen lassen,
müssen sie dann auch zu Juden werden und deren Gebote einhalten?
Diese Fragen waren nicht von vornherein beantwortet.
Und es ging lange, bis die frühe Christenheit hier ihren Weg fand.
Im Neuen Testament finden sich einige „Schwellen-Geschichten“: Sie berichten von Ereignissen, an denen man Schritt für Schritt erkannte, dass Jesu Wirken die Grenzen überwindet, ja nationale und kulturelle Grenzen sprengt.
Denken wir in dieser Epiphanias-Zeit noch einmal an die Weisen aus dem Morgenland, die heidnischen Sterndeuter, die auch zum neugeborenen König der Juden kamen und ihn anbeteten.
Denken wir an die Samariterin am Jakobsbrunnen, die Jesus in einem langen einfühlsamen Gespräch an sich heranlässt.
Denken wir an die kanaanäische Frau, die Jesus erst überreden musste, ihrer Tochter zu helfen, und deren klammernder Glaube ihn erst überzeugte.
Denken wir an den römischen Hauptmann in Kapernaum aus dem heutigen Evangelium, der sich Jesus in einem entwaffnenden Glauben anvertraute, und dessen Knecht Jesus dann heilt.
Und schauen wir uns diese komplizierte Annäherung zwischen Petrus und dem Römer Cornelius an, die eine weitere Schwellen-Geschichte darstellt – wohlgemerkt nach Jesu Tod und Auferstehung!
Wir sehen, dass es mit Jesu Worten und Handlungen nicht getan war, sondern dass seine Jünger noch länger brauchten zu verstehen, wer alles und wie dazugehört.
Diese Geschichten wurden überliefert und aufgeschrieben, dass auch die kritischsten Skeptiker am Ende wie Petrus begreifen können, wovon wir oft einfach ausgehen:
Gott nimmt alle Menschen an – egal, welcher Nation oder welcher Vorprägung.
Wir könnten diese Schwellen-Geschichten nun einfach selbstbewusst überspringen, da uns modernen und aufgeklärten Menschen die Wahrheit über die Gleichheit aller Menschen ja längst klar ist.
Wir könnten aber doch diesen Weg des Petrus zu Cornelius mitgehen und dabei einiges beobachten. Vielleicht lernen wir ganz andere Dinge, als er damals lernen musste.
Vielleicht lernen wir aber auch noch etwas dazu, wenn wir sehen, wie Menschen sich hier begegnen, und vielleicht werden wir auch etwas demütiger, wenn wir davon ausgehen, dass wir allen und jedem offen und vorbehaltslos gegenüberstehen.
I
Das Besondere ist erst einmal, dass sich der Apostel Petrus und der römische Hauptmann überhaupt treffen.
Eine zufällige Begegnung war das nicht.
Der Hauptmann residierte in der Garnisonstadt Caesarea und Petrus weilte damals in Joppe. Das liegt auch am Mittelmehr, aber 50 km weiter südlich.
Beide bekommen von Gott besondere Botschaften.
Cornelius bekam während seines Gebets von einem Engel gesagt, dass er einen Mann namens Petrus zu sich holen lassen soll.
Cornelius schickt seine Leute los.
Und Petrus, der nichts davon wissen kann, hat während seines Gebetes eine Vision. Er sieht ein Tuch voller Tiere, die nach jüdischem Gesetzt unrein und daher nicht essbar sind. Doch eine Stimme sagt: „Petrus, iss.“
Er weigert sich, aber die Stimme beharrt darauf: „Petrus iss.
Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht unrein.“
Diese Vision hat für sich genommen erst einmal keine klare Aussage.
Petrus weiß nicht, was er mit diesem sonderbaren Eindruck anfangen soll.
Aber da stehen schon die Boten des Cornelius vor seiner Tür und bitten ihn mitzukommen.
Erst als er Cornelius begegnet, in ein heidnisches, unreines Haus hineingeht und sogar noch mit ihm essen soll, gewinnt die sonderbare Vision ihren Sinn.
Das ist das Wunderbare an dieser komplizierten Geschichte.
Petrus und Cornelius haben Visionen.
Aber beide individuellen Visionen bleiben unabhängig voneinander völlig unverständlich.
Erst als Petrus und Cornelius sich begegnen, ergeben die Botschaften Sinn, fügen sich die Puzzle-Teile zusammen.
Gott spricht.
Erst in der Begegnung, erst im Zusammenkommen mit anderen, erst in der Kommunikation mit anderen Glaubenden verstehe ich, was Gott mir sagen will.
Vielleicht erscheint mir manches, was ich lese oder von Gott erlebe, fremd und schräg.
Vielleicht gibt es Erfahrungen und Eindrücke von Gott, die ich gar nicht deuten kann.
Deshalb muss ich im Kontakt und im Gespräch mit anderen Christen sein.
Deshalb kommen wir auch zusammen zum Gottesdienst.
Sonst würde es ja reichen, dass Gott im Traum zu uns spricht, oder dass wir allein in der Bibel lesen.
Nein, wir sollen zusammen auf Gott hören, wir sollen zusammen seinen Namen loben, unsere Freude und auch unsere offenen Fragen teilen.
Nur so verstehen wir, was Gott will.
Gott gibt nicht nur einfach sein Wort. Er bindet es an unsere kirchliche Kommunikation – das Heilige Abendmahl eingeschlossen.
Glauben ohne Begegnung mit anderen, Glauben ohne Kirche und Gemeinde gibt es nicht. Das sehen wir auch hier bei Cornelius und Petrus, hier an der Schwelle vom jüdischen Zirkel zum römischen Haushalt.
Und manches Rätsel unseres Lebens könnten wir vielleicht leichter verstehen oder annehmen, wenn wir uns tragen lassen vom geistlichen Austausch mit anderen.
II
Und wir können uns fragen, was diesen Cornelius ausmacht.
Warum spricht Gott gerade zu ihm?
Warum wird Petrus gerade zu ihm geschickt – ins 50 km entfernte Caesarea?
Er ist ganz sicher ein angesehener Mann aus der römischen Patrizier-Familie der Cornelier. Ein großer Fang für die junge Christenheit – und schon allein deshalb eine Erwähnung in der Apostelgeschichte wert.
Aber Cornelius wird auch abgesehen davon sehr positiv beschrieben.
Er ist ein frommer und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden.
Er gab Almosen und betete immer zu Gott.
Ist das die Vorbedingung, um von Gott gehört oder angenommen zu werden?
Du hast so viel gebetet und so viel gespendet, dass Gott dich schließlich erhört hat?
Wir sind es als Lutheraner gewohnt zu betonen, dass fromme Leistungen, seien es Gebete, Spenden, Kirchgang oder Bibellesen uns vor Gott nicht angesehener machen. Und das ist richtig.
Cornelius hat kein Konto von religiösen oder humanistischen Leistungen gefüllt, bis Gott schließlich gar nichts anderes übrigbleibt, ihm einen leibhaftigen Apostel vorbeizuschicken.
Cornelius hatte eine große Sehnsucht nach dem wahren Gott. Cornelius war gottesfürchtig, suchte ihn, diente ihm, sehnte sich nach Gewissheit.
Und die vielen Gebete und die guten Werke waren Ausdruck dieser inneren Haltung, dieser inneren Suche, die für sich genommen noch nichts ist, und auch nicht befriedigt, die aber dann erfüllt wird, wenn Gott einen annimmt, wenn Er die Gewissheit schenkt: „Du bist mein geliebtes Kind. Du gehörst dazu!“
Cornelius war gottesfürchtig. Diese Bezeichnung hat im Neuen Testament eine ganz konkrete Bedeutung. Cornelius war zwar Römer und damit Nicht-Jude; er stand dem Judentum aber sehr nahe.
Es war oft der klare monotheistische Glaube und die Ethik der Juden, die auf Römer und Griechen tiefen Eindruck machten.
Weil aber ein vollständiger Übertritt zum Judentum negative Folgen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich mit sich gebracht hätte, verblieben solche Gottesfürchtigen in lockerer Anbinden an das Judentum.
Man las dessen heilige Schriften; man betete zu dem einen Gott; man hielt das Gesetz, soweit es ging.
In diesem interessierten, suchenden, wohlwollenden Verhältnis zum Glauben Israels steht Cornelius: Fromm und gottesfürchtig.
„Ich will so leben, dass ich diesem einen Gott gerecht werde.“
Auf diese Haltung geht Gott sein. Dieses Suchen, dieses Tasten nach der einen Wahrheit über Gott und über mich selbst wird beantwortet.
„Suchet, so werdet ihr finden.“, hat Jesus verheißen.
Die suchende, fragende, demütige Gottesfurcht des Cornelius ist gottgefällig. Nicht seine moralische Überlegenheit.
Petrus hält am Ende dieser Begegnung mit Cornelius seine Einsicht fest:
Gott sieht die Person nicht an;
sondern in jedem Volk,
wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm.
Damit ist nicht Anstand und humanistische Haltung gemeint.
Petrus meint hier nicht eine allgemein-bürgerliche Religion, wie sie viele unserer Zeitgenossen definieren und wie man sie als Pfarrer allzu oft hört:
„Wer anständig lebt, gegen den wird der liebe Gott am Ende doch nichts haben.“
Mit einer solchen Definition hätte die Apostelgeschichte den christlichen Glauben weit unter Wert verkauft.
Und es ist ja fast schon ein Sport unter Neutestamentlern, solche Sätze der Apostelgeschichte gegen die Rechtfertigungslehre des Paulus auszuspielen.
Wir müssen diesen Satz schon genauer anschauen.
Da heißt es: „Wer Gott fürchtet und recht handelt, der ist Gott angenehm.“ Gottesfurcht und entsprechendes Handeln gehören zusammen.
Und Gottesfurcht – das haben wir an Cornelius gesehen – meint die Suche nach dem einen Gott Israels. Gottesfurcht meint Glaubensgehorsam.
Nicht bloß allgemeine religiöse Scheu, wie wir das vom alten Rom kennen.
Oder allgemeine religiöse Offenheit, wie wir das heute so oft hören.
Gottesfurcht und rechtes Handeln, das definiert sich daran, wer dieser Gott ist und welches Handeln in seinen Augen recht ist.
Und dann heißt es: „Wer Gott fürchtet und recht handelt, der ist Gott angenehm.“
Das heißt nicht: Wer Gott fürchtet und recht handelt, ist von Gott gerechtfertigt.
Wer Gott fürchtet und recht handelt, der ist in Gottes Augen schon recht; der kommt so in den Himmel.
Eigentlich müsste man übersetzen:
„Wer Gott fürchtet und recht handelt, der ist für Gott annehmbar /accetabile non accetato.“
Hinter diesem Wort stehen antike Opfervorstellungen.
Opfertiere sind für Gott entweder annehmbar oder ungeeignet, weil sie unrein sind.
Und jetzt verstehen wir auch, warum dieser Satz hier an der Schwelle zwischen Juden und Heiden steht.
Auf unsere Stelle angewandt bedeutet der Satz, dass auch die bis dahin als unrein angesehenen Heiden nun für Gott „annehmbar“ geworden sind, weil er es so beschlossen hat.
Gott lässt Menschen aller Nationen an sich heran. Sie sind nicht gesetzlich oder kultisch von vornherein ausgeschlossen.
Rechtfertigung ist davon zu unterscheiden.
Gerechtfertigt und selig wird man nicht durch diese fromme Disposition.
Gerechtfertigt wird man überhaupt nicht durch unsere Aktionen oder Qualitäten, sondern von Gott her.
Das sehen wir auch wunderbar an dieser Geschichte von Cornelius:
Annehmbar und ansprechbar für das Evangelium ist er tatsächlich schon am Anfang der Geschichte.
Gerechtfertigt aber, in voller, beglückender Gemeinschaft mit Gott ist er erst am Ende der Geschichte, als Petrus in sein Haus eingekehrt war und ihm Jesus Christus gebracht hat.
Vor Gott angenehm gemacht hat sich Cornelius nicht selbst.
Rechtfertigung kam auch hier von außen.
Rechtfertigung kommt Gott her. Rechtfertigung passiert durch Christus.
Und Petrus steht für den, der diese Rechtfertigung in Wort und Sakrament, in Verkündigung und Taufe, in dieses Haus bringen darf, so dass Christus selbst in dieses Haus des Cornelius einkehrt.
So dass man am Ende wie bei Zachäus (Lk 19,9) sagen kann:
„Heute ist diesem Hause Heil widerfahren.“
Liebe Geschwister,
Gott sieht die Person nicht an;
sondern egal welcher Abstammung, welcher Vorbildung und welcher religiösen Prägung:
Wer ihn ernsthaft sucht, der ist ihm willkommen,
bei dem wirkt das Evangelium,
für den ist der Retter in Bethlehem geboren und zu dem ist Christus unterwegs.
Ich hoffe, wir haben heute ein bisschen davon verstanden, dass dies keine billige allgemeine Wahrheit ist, sondern eine wunderbare ewige Entscheidung des einzig-einen Gottes.
Ich hoffe aber vor allem, dass wir es zu schätzen wissen, dass Christus nicht nur bei Cornelius und Zachäus einkehrte, sondern auch bei uns immer wieder einkehren will, selbst wenn es mit meiner Gottesfurcht und meiner Rechtschaffenheit gerade nicht so glänzend aussieht.
Das ist immer wieder erstaunlich.
Und solche Erfahrungen sollten wir anderen Menschen über alle Schwellen hinweg immer wieder von ganzem Herzen gönnen. Amen.
Atti degli Apostoli 10, 21-35
21 Pietro, sceso verso quegli uomini, disse loro: «Eccomi, sono io quello che cercate; qual è il motivo per cui siete qui?» 22 Essi risposero: «Il centurione Cornelio, uomo giusto e timorato di Dio, del quale rende buona testimonianza tutto il popolo dei Giudei, è stato divinamente avvertito da un santo angelo di farti chiamare in casa sua, e di ascoltare quello che avrai da dirgli». 23 Egli allora li fece entrare e li ospitò. Il giorno seguente si alzò e andò con loro, e alcuni fratelli di Ioppe lo accompagnarono.
24 L’indomani arrivarono a Cesarea. Cornelio li stava aspettando e aveva chiamato i suoi parenti e i suoi amici intimi. 25 Mentre Pietro entrava, Cornelio, andandogli incontro, si gettò ai suoi piedi per adorarlo. 26 Ma Pietro lo rialzò, dicendo: «Àlzati, anch’io sono uomo!» 27 Conversando con lui, entrò e, trovate molte persone lì riunite, 28 disse loro: «Voi sapete come non sia lecito a un Giudeo avere relazioni con uno straniero o entrare in casa sua; ma Dio mi ha mostrato che nessun uomo deve essere ritenuto impuro o contaminato. 29 Perciò, essendo stato chiamato, sono venuto senza fare obiezioni. Ora vi chiedo: qual è il motivo per cui mi avete mandato a chiamare?»
30 Cornelio disse: «Quattro giorni or sono stavo pregando, all’ora nona, in casa mia, quand’ecco un uomo mi si presentò davanti, in veste risplendente, 31 e disse: “Cornelio, la tua preghiera è stata esaudita e le tue elemosine sono state ricordate davanti a Dio. 32 Manda dunque qualcuno a Ioppe e fa’ venire Simone, detto anche Pietro; egli è ospite in casa di Simone, conciatore di pelli, in riva al mare”. 33 Perciò subito mandai a chiamarti, e tu hai fatto bene a venire; ora dunque siamo tutti qui presenti davanti a Dio per ascoltare tutto ciò che ti è stato comandato dal Signore».
34 Allora Pietro, cominciando a parlare, disse: «In verità comprendo che Dio non ha riguardi personali, 35 ma che in qualunque nazione chi lo teme e opera giustamente gli è gradito.»
Cara Comunità!
Chi appartiene alla nostra comunità? Se doveste dare una definizione, quale sarebbe?
Chi appartiene alla nostra comunità? Non è facile rispondere a questa domanda.
Usando il linguaggio burocratico, si potrebbe dire:
appartiene alla comunità chi si è iscritto e ha pagato puntualmente il contributo associativo.
Si potrebbe anche dire, in modo molto pragmatico: appartiene alla comunità chi viene regolarmente al culto e chi contribuisce con il suo aiuto al Bazar o ai diversi progetti.
Sul piano ecclesiastico, si potrebbe dire: chi è battezzato.
Sul piano spirituale e teologico, si potrebbe rispondere così:
appartiene alla comunità chi vuole, insieme con noi, ascoltare la Parola di Dio e celebrare i sacramenti. Ma si potrebbe rispondere anche così: chi ha un retroterra tedesco e parla il tedesco.
Ho già sentito tutte queste risposte.
E oggi dobbiamo domandarci onestamente: quali confini poniamo alla nostra fede, alla nostra Chiesa, alla nostra comunità?
Per chi è il suo messaggio? Chi può farne parte?
“Oggi è nato per voi il Salvatore”: questa frase, nucleo del Vangelo di Natale, si riferisce ovviamente anche a noi e al nostro mondo.
Ma è così ovvio? Che cosa disse l’angelo ai pastori, nei campi di Betlemme?
“Ecco, io vi annuncio una grande gioia che tutto il popolo avrà”.
Dice: “tutto il popolo”, non “tutti i popoli”.
Ed ecco che subito sorgono delle domande. Quale popolo? Israele.
E soltanto questo popolo?
Con quale diritto attribuiamo questo messaggio di salvezza anche a noi?
Questa domanda, oggi, forse ci appare singolare. Ma è salutare porsela, ogni tanto.
Con quale diritto partiamo dal presupposto che, in qualche modo, tutti possiamo appartenere a Gesù e che la sua venuta valga per noi? Questa domanda ha animato fortemente la prima generazione cristiana. Gesù Cristo è stato inviato solo al popolo eletto, cioè agli ebrei?
Per chi è il suo messaggio? Per chi è la redenzione che egli ha compiuto in croce?
Chi può appartenere alla sua comunità? Anche non ebrei, anche persone che non onorano il Dio d’Israele e che magari neanche lo conoscono? Anche greci, romani e samaritani? E se i non ebrei trovano Gesù e si fanno battezzare, devono anche diventare ebrei e osservare le prescrizioni ebraiche? Queste domande non avevano risposte pronte. E ci volle molto tempo prima che la cristianità degli inizi trovasse qui la propria via.
Nel Nuovo Testamento, si trovano alcune “storie liminali”: narrano eventi in cui, passo dopo passo, si vede che Gesù supera i confini, anzi che infrange i confini nazionali e culturali.
In questo periodo dell’Epifania, ripensiamo ai Re Magi venuti da Oriente, astrologi pagani che vennero per adorare il neonato Re dei giudei.
Pensiamo alla samaritana al pozzo di Giacobbe, che si lascia avvicinare da Gesù in un lungo dialogo empatico. Pensiamo alla donna cananea, che dovette convincere Gesù ad aiutare sua figlia e la cui fede irremovibile lo convince. Pensiamo al centurione romano di Cafarnao, di cui parla il Vangelo di oggi, che si affida a Gesù con fede disarmante e il cui servo è guarito da Gesù.
Allora, guardiamo a questo avvicinamento complicato tra Pietro e il romano Cornelio, che rappresenta un’altra storia liminale; si badi bene, dopo la morte e resurrezione di Gesù!
Vediamo che non erano bastate le parole e le azioni di Gesù, ma che ci volle tempo, prima che i suoi discepoli capissero chi e come appartiene.
Queste storie furono tramandate e scritte affinché anche gli scettici che criticavano alla fine, come Pietro, capissero ciò da cui noi spesso procediamo:
Dio accoglie tutti gli esseri umani, a prescindere dalla nazione o dall’impronta culturale.
Potremmo saltare, consapevolmente, queste storie liminali, perché noi umani moderni e illuminati abbiamo chiara da molto tempo la verità riguardante l’uguaglianza di tutti gli esseri umani.
Ma potremmo anche camminare insieme su questa via che porta Pietro da Cornelio, e osservare alcune cose. Forse, impareremo cose affatto diverse da quelle che egli imparò allora.
Forse, però, impareremo ancora qualcos’altro, vedendo come le persone, qui, si incontrino e forse diventeremo anche un po’ più umili, se partiamo dall’idea che ci poniamo di fronte a tutti e a ciascuno in modo aperto e scevro di pregiudizi.
I
L’aspetto peculiare è anzitutto che l’apostolo Pietro e il centurione romani si incontrino.
Non fu un incontro casuale. Il centurione risiedeva a Cesarea, città di stanza della guarnigione, e Pietro al tempo si trovava a Ioppe, che è pure in riva al Mediterraneo, ma 50 km più a sud.
Entrambi ricevono da Dio messaggi particolari.
Cornelio lo riceve mentre prega, portato da un angelo, che gli dice di mandare a prendere un uomo di nome Pietro. Cornelio invia i suoi uomini.
E Pietro, che non può averne idea, ha una visione mentre prega. Vede una tovaglia piena di animali che, secondo la Legge ebraica, sono impuri e che quindi non si possono mangiare. Ma una voce gli dice: “Pietro, mangia.” Si rifiuta, ma la voce insiste: “Pietro, mangia.
Le cose che Dio ha purificate, non farle tu impure”.
Questa visione, presa in sé, non ha un’interpretazione chiara.
Pietro non sa che cosa debba fare con quest’impressione peculiare.
Ma ecco che già sono alla porta i messaggeri di Cornelio, che lo invitano ad andare con loro.
Solo quando incontra Cornelio ed entra in una casa pagana, impura e addirittura mangia con lui, la strana visione acquista senso. Questo è l’aspetto prodigioso di questa storia complicata.
Pietro e Cornelio hanno visioni. Ma entrambe le visioni individuali sono del tutto incomprensibili, se rimangono slegate l’una dall’altra. Solo quando Pietro e Cornelio s’incontrano i messaggi hanno senso e le tessere del puzzle si incastrano.
Dio parla. Solo nell’incontro, solo nel riunirsi con l’altro, solo nella comunicazione con altri credenti capisco che cosa Dio vuol dirmi. Magari, alcune cose che leggo o che sperimento di Dio mi appaiono estranee e storte. Magari, ci sono esperienze e impressioni di Dio che non riesco a interpretare. Perciò devo essere in contatto e in dialogo con altri cristiani. Perciò anche noi ci riuniamo per il culto. Altrimenti basterebbe che Dio ci parlasse in sogno o che leggessimo da soli la Bibbia. No: noi dobbiamo ascoltare Dio insieme; dobbiamo lodare il suo nome insieme; dobbiamo condividere la nostra gioia e anche le nostre domande senza risposta. Soltanto così capiremo che cosa vuole Dio. Dio non dà solo la sua Parola. Egli la lega alla nostra comunicazione nella Chiesa, inclusa la Santa Cena. Non esiste fede senza incontro con l’altro; non esiste fede senza Chiesa e comunità. Lo vediamo anche qui, con Cornelio e Pietro; qui, sul limitare tra cerchia ebraica e casa pagana. E taluni enigmi della nostra vita potremmo, forse, capirli più facilmente o accettarli se ci facessimo sostenere dallo scambio spirituale con l’altro.
II
E possiamo anche domandarci quali qualità abbia questo Cornelio.
Perché Dio parla proprio a lui? Perché Pietro viene mandato proprio a lui, a Cesarea, distante 50 km? È di certo un uomo in vista, appartenente alla famiglia patrizia dei Corneli. È un gran bell’acquisto, per la giovane cristianità; anche solo per questo, merita di essere nominato negli Atti degli Apostoli. Ma Cornelio viene descritto in modo positivo anche indipendentemente da ciò.
È uomo pio, timorato di Dio, e gode di buona fama in tutto il popolo degli ebrei. Dà elemosine e prega sempre Dio. È questa una precondizione per essere ascoltato o accolto da Dio?
Hai pregato tanto e dato tante offerte finché Dio ti ha ascoltato, infine?
Come luterani, siamo abituati a sottolineare che le prestazioni pie, che siano preghiere, offerte in denaro, frequentazione della chiesa o lettura della Bibbia non ci guadagnano prestigio davanti a Dio. E questo è giusto. Cornelio non ha riempito un conto corrente di prestazioni religiose o umanistiche, finché a Dio non è restato da fare altro che inviargli un apostolo in carne e ossa.
Cornelio anela fortemente al vero Dio. Cornelio è timorato di Dio, lo cerca, lo serve, anelava ad avere certezza. E le molte prescrizioni e le buone opere sono espressione del suo assetto interiore, di questa ricerca interiore, che presa in sé non è ancora niente e che non accontenta nemmeno, ma che viene appagata quando Dio accoglie una persona, quando le dona questa certezza: “tu sei mio figlio amato. Tu appartieni!”. Cornelio è timorato di Dio. Questa definizione, nel Nuovo Testamento, ha un significato molto concreto. Cornelio è romano, non è ebreo; ma è molto vicino all’ebraismo.
Era spesso la chiara fede monoteistica e l’etica degli ebrei, ciò che impressionava profondamente romani e greci. Ma poiché un passaggio completo all’ebraismo avrebbe avuto conseguenze negative sul piano sociale ed economico, tali timorati di Dio restavano legati all’ebraismo in modo lasco.
Leggevano la Sacra Scrittura; pregavano l’unico Dio; osservavano la Legge, per quanto possibile.
È in questa relazione interessata, caratterizzata dalla ricerca e dalla buona volontà, con la fede d’Israele che si trova Cornelio, pio e timorato di Dio.
“Voglio vivere in modo da essere giusto per quest’unico Dio.”
È a questa disposizione spirituale che Dio va incontro. Questa ricerca, questo brancolare in cerca dell’unica verità su Dio e me stesso trovano risposta.
“Cercate e troverete”, ha promesso Gesù.
Il timore di Dio, che cerca, interroga, è umile, che anima Cornelio, a piacere a Dio. Non la sua superiorità morale. Pietro, alla fine di quest’incontro, tiene per ferma quest’idea:
Dio non vede la persona; ma in ogni popolo, chi lo teme e pratica la giustizia gli è gradito.
Con ciò non s’intendono né il prestigio né l’atteggiamento umanistico.
Pietro, qui, non intende una religione universal-borghese, come la definiscono molti nostri contemporanei e come il pastore sente dire anche troppo spesso:
“Se uno vive in modo decoroso, alla fine il buon Dio non avrà niente contro di lui”.
Con una tale definizione, gli Atti degli Apostoli avrebbero svenduto la fede cristiana.
Ed è quasi uno sport, tra gli studiosi di Nuovo Testamento, contrapporre tali frasi degli Atti alla dottrina della giustificazione di Paolo. Dobbiamo guardare bene questa frase.
Recita, riguardo a Dio: «chi lo teme e opera giustamente gli è gradito.» Il timor di Dio e l’agire corrispondente si integrano. E il timor di Dio, come abbiamo visto nel caso di Cornelio, vuol dire la ricerca dell’unico Dio d’Israele. Timor di Dio vuol dire ubbidienza nella fede.
Non un generico timore religioso, come lo conosciamo nell’antica Roma.
O una generica apertura religiosa, come oggi sentiamo dire così spesso.
Timor di Dio e giusto operare si definiscono a partire da chi è questo Dio e da quale operare è giusto ai suoi occhi. E poi è scritto: «chi lo teme e opera giustamente gli è gradito».
Non dice: chi teme Dio e opera giustamente è giustificato da Dio.
Chi teme Dio e opera giustamente agli occhi di Dio è già giusto; va in cielo.
In effetti, si dovrebbe tradurre così: «chi teme Dio e opera giustamente è accettabile da parte di Dio.» Dietro questa parola ci sono le idee dell’antichità riguardo i sacrifici.
Gli animali offerti in sacrificio sono, da parte di Dio, o accettabili o inadatti perché impuri.
E adesso comprendiamo anche perché questa frase si trovi qui, sul limitare tra ebrei e pagani.
Applicata al nostro passo, la frase significa che anche i pagani, finora visti come impuri, ora sono diventati “accettabili” da parte di Dio perché egli così ha deciso.
Dio si fa avvicinare da persone di tutte le nazioni. Esse non sono escluse a priori per motivi leali o cultuali. La giustificazione va distinta da questo. Giustificati e beati non si diventa mediante questa disposizione pia. Giustificati non si diventa assolutamente mediante le nostre azioni o qualità, ma per moto di Dio. Lo vediamo in modo mirabile nella storia di Cornelio.
Accettabile e raggiungibile dal Vangelo egli lo è di fatto fin dall’inizio del racconto. Ma giustificato, in piena, felice comunione con Dio lo è solo alla fine della storia, quando Pietro entra in casa sua e gli porta Gesù Cristo. Cornelio non si è reso da sé accettabile davanti a Dio.
La giustificazione, qui, viene dall’esterno. La giustificazione proviene da Dio. La giustificazione avviene mediante Cristo. E Pietro rappresenta colui che può portare in questa casa tale giustificazione nella Parola e nel Sacramento, nella predicazione e nel battesimo, così che Cristo stesso entri nella casa di Cornelio. Così che, alla fine, può dire, come Zaccheo (Lc 19, 9): «Oggi la salvezza è entrata in questa casa».
Care Sorelle e cari Fratelli,
Dio non vede la persona; ma, indipendentemente dall’origine, dalla formazione e dall’impronta religiosa, chi lo cerca seriamente è benvenuto; in lui opera il Vangelo, per lui è nato a Betlemme il Salvatore e verso di lui Cristo è in cammino. Spero che, oggi, abbiamo compreso un po’ del fatto che questa non è una verità generica, a buon mercato, ma che è una meravigliosa decisione eterna dell’unico-solo Dio. Ma soprattutto spero che sappiamo apprezzare che Cristo non è entrato in casa solo di Cornelio e di Zaccheo, ma che vuole entrare sempre di nuovo anche in casa nostra, perfino se le cose non sembrano così brillanti col mio timor di Dio e con la mia rettitudine.
Questa è cosa di cui stupire sempre di nuovo. E tali esperienze dovremmo augurarle di tutto cuore agli altri, oltre ogni limitare. Amen.